16.09,2026 - Die Rheinpfalz Zum Artikel
Akkuzug-Start in der Pfalz mit Hindernissen
Eckhard Buddruss Etwas anders als ursprünglich geplant startet in der kommenden Woche der Einsatz neuer Akku-Hybrid-Triebwagen im Pfälzer Bahn-Regionalverkehr.
Für den Einsatz in der Pfalz hat die Deutsche Bahn (DB) 44 Triebwagen vom Typ Flirt Akku beim Hersteller Stadler bestellt. Stationiert werden sie in Kaiserslautern, wo für die neuen Fahrzeuge eine Werkstatt errichtet wurde. Im Unterschied zu früheren Akku-Triebwagen, von denen die Bundesbahn-Baureihe 515 zeitweise in der Pfalz weit verbreitet war, können die neuen Akku-Hybrid-Fahrzeuge auf elektrifizierten Strecken Strom auch aus der Oberleitung ziehen und dabei gleichzeitig ihren Akku aufladen. Besonders gut geeignet sind sie deswegen für Linien, auf denen Teilabschnitte elektrifiziert sind.
Als erste Einsatzstrecke in der Pfalz waren deswegen die Linien RE6 von Kaiserslautern über Neustadt und Landau nach Karlsruhe und RB51 von Neustadt über Landau nach Karlsruhe vorgesehen, bei denen die Linienendpunkte elektrifiziert sind und der Akku lediglich für die 44 Kilometer lange Elektrifizierungslücke zwischen Neustadt und Wörth genutzt werden muss.
Linie Neustadt–Karlsruhe unterbrochen
Nachdem der Hersteller Stadler nun die lange erwartete Zulassung für den Einsatz der neuen Fahrzeuge im Fahrgastbetrieb bekommen hat, sollen die Einsätze am Montag, 21. September, beginnen. Wegen Bauarbeiten in der Südpfalz ist die Bahnstrecke von Neustadt nach Karlsruhe aber bis Ende September unterbrochen. Die neuen Züge können hier deshalb nur auf dem Teilabschnitt zwischen Neustadt und Landau eingesetzt werden. Voraussichtlich ab 1. Oktober soll dann die komplette Strecke von Neustadt über Landau nach Karlsruhe befahren werden. Für diese Strecke stehen zunächst vier der neuen Akku-Triebwagen (Baureihe 6526) zur Verfügung. Sie sollen hier nach und nach die bisher eingesetzten Dieseltriebwagen ablösen.
Gleichzeitig beginnt mit zunächst einem Triebwagen der Einsatz der neuen Fahrzeuge auch auf der Regionalbahn-Linie von Pirmasens über Zweibrücken nach Saarbrücken. Diese Linie befährt den elektrifizierten Abschnitt zwischen Rohrbach und Saarbrücken.
„Der Start der neuen Akku-Züge im Pfalznetz ist ein wichtiger Schritt für einen moderneren und klimafreundlicheren Nahverkehr in Rheinland-Pfalz. Die Umstellung zeigt, wie der Abschied vom Diesel im Schienenverkehr konkret vorankommt. Entscheidend ist für uns, dass wir für jede Strecke die Lösung wählen, die vor Ort sinnvoll und wirtschaftlich ist. So entwickeln wir unser Schienennetz Schritt für Schritt weiter. Davon profitieren am Ende vor allem die Fahrgäste“, erklärte dazu der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Achim Schwickert (CDU).
Seefeldt: Deutlich weniger klimaschädliche Emissionen
Dietmar Seefeldt (CDU), Landrat des Kreises Südliche Weinstraße und Vorsitzender des Zweckverbandes ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd mit Sitz in Kaiserslautern, sagte dazu: „Der Start der Probefahrten ist ein wichtiger Meilenstein für das pfälzische Elektrifizierungsprojekt. Endlich können die Fahrgäste die neuen Züge erleben. Bemerkenswert ist natürlich die im Vergleich zu den Dieseltriebwagen deutlich bessere Beschleunigung. Dadurch sowie durch die kundengerechte Ausstattung der neuen Züge wird die Qualität unseres Angebots weiter verbessert und wir reduzieren massiv klimaschädliche Emissionen, da die neuen elektrischen Züge mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben werden. Die Bedeutung dieses Effektes ist nach dem Hitzesommer nochmals stärker in den Vordergrund gerückt.“
Die Regionalbahn-Linien von Kaiserslautern nach Pirmasens, Kusel und Lauterecken sollen im kommenden Jahr sukzessive bis Mitte 2027 von den neuen Akkuzügen übernommen werden. Die Linie von Landau über Annweiler nach Pirmasens soll im Frühjahr 2029 folgen, die Strecke von Winden nach Bad Bergzabern schließlich im Dezember 2029. Hier werden für die Aufladung der Triebwagen Oberleitungsinselanlagen in Landau, Pirmasens Nord und Winden gebraucht.