27.07.2026 - Die Rheinpfalz

Sepp vom Hallplatz

Von Edgar Steiger
„Unn dann simmer vum Bahnhof aus bis zu Schwinne newer der Kutsch hergeloff und hann laut ,Hurra, hurra!’ gekrisch, had de Oba immer widdder geere vezeeld! Er war domols elf geween unn war schdolz uff de Rosegaade!“ Da ist so viel Zweibrücker Geschichte in der kleinen Anmerkung: Dass man damals noch direkt aus München nach Zweibrücken fahren konnte mit „de Eisebahn“ gehört dazu. Auch die Tatsache, dass die Villa Schwinn, über die in jüngster Zeit viel diskutiert wurde, schon 1914 etwas Besonderes und ein Teil der beachtlichen Zweibrücker Industrie war.

Ob besagte Bayrische Kronprinzessin wirklich aus dem Kelch getrunken hat (Wasser? Wein?), der im kleinen, aber interessanten Rosenmuseum hinter Glas steht, ist doch egal. Es ging damals um die neue Einrichtung „Rosengarten“ und er sollte der Stadt damit zu etwas Besonderem verhelfen.

Wer heute den Garten besucht, wird feststellen: Die Absicht ist aufgegangen! Man sieht es an den Kennzeichen der parkenden Fahrzeuge, zu denen ständig Omnibusse zählen. Immer wieder ist festzustellen, dass sich die Zweibrücker mehr und mehr für ihren Rosengarten einsetzen und es mangelt nicht an Lob für die fleißigen Mitarbeiter.

Dieses Lob wurde und wird auch immer wieder weitergegeben: In vielen Rundfunksendungen lobte Eckard Ost seinen weithin bekannten Vorgänger Oskar Scheerer. Auch im Ruhestand versäumte Gerhard Zanzinger nicht, seinen Nachfolger Heiko Hübscher zu loben. Peter Ludy würdigte Karl Diersen und sie freuten sich über das Wirken von Fritz Platte, der einige Zeit lang eine Vogelvoliere präsentieren konnte.

Auch die Jungen kommen in den Rosengarten

Immer war der Rosengarten für Veränderungen gut: Hanne Stauch macht dies im Museum deutlich: Sie knüpfte enge Kontakte zu den einheimischen Schulen. Und weckt dabei das Interesse für den Rosengarten. Natürlich sind häufig Veranstaltungen unter dem Dach der großen Bühne, wobei die Zweibrücker immer wieder ihre Stadtkapelle oder den Shanty-Chor der Marine-Kameradschaft einsetzen.

Oft werden junge Menschen für den „alten“ Rosengarten begeistert. Die Einen schätzen die Veranstaltungen mit besonderen Lichteffekten, die anderen fragen nach den Pfauen, die es jahrelang dort gab und die manchmal in der Landauer Straße paradierten. Und mühevoll zurückgebracht wurden. „Ja, gehd das dann?“, fragten manche, als im Rosengarten Trauungen ermöglicht wurden. Natürlich ging das, man muss nur wollen.

Als Corona bei Veranstaltungen Veränderungen forderte, stellte man fest, dass zwischen Blüten auch Empfänge möglich sind, wenn nicht gerade die Hitze einen Strich durch die Rechnung machte, wie jüngst. Als vor Jahren der Saarländische Rundfunk einen „Europawanderer“ auf die Strecke schickte, waren die „Macher“ begeistert, als dieser, Hans-Jürgen Purkathofer, im Rosengarten von Oberbürgermeister Fichtner empfangen wurde. Zweibrücken konnte auch damals stolz sein auf seine „gute Stube“. Dass dieser dann dort mit Mitgliedern des einheimischen Wandervereins einmarschierte, wie Dieter Steuernagel und Hans Gräber, machte einen guten Eindruck. Wie oft hatten Karl Höchst und Helmut Hofmann noch auf der alten Bühne Großartiges zu bieten und die Rosengarten-Leute waren dabei gute Werbeleute für ihren Heimatort. Eckard Ost und Heiko Hübscher wussten, was sie dem Publikum zu bieten hatten, der Zuspruch konnte nicht besser sein.

Tradition hatte auch das Ferienseminar für Gartenfreunde, und eng war darüber hinaus die Freundschaft mit dem Rosendorf Schmitshausen, wobei Alois Staab und der „Motor“ Hans. E. Hekes sich auf Zweibrücken stützen konnten. In früheren Jahren besuchten die Einheimischen nur „mit Besuch“ den Rosengarten, sagte man damals. Das hat sich gründlich geändert, wie man an der Anzahl und Herkunft der Jahreskarten-Besitzer sieht.